Asbest in Häusern und Wohnungen

In Deutschland gilt zwar seit Jahren ein generelles Herstellungs- und Verwendungsverbot für Asbest. Der Schadstoff Asbest findet sich jedoch noch immer in vielen Häusern und Wohnungen. Hier einige Beispiele zu möglichen Verwendungen von asbesthaltigen Materialien:

  • Cushion-Vinyl-Beläge: PVC-Bahnenware mit aufgedruckter Musterung (Nachbildung von altdeutschen Fliesenmustern). Die untere Trägerschicht besteht aus Asbestpappe.
  • Vinyl-Asbest-Fliesen: PVC-Fliesen, meist im Format 25 mal 25 oder 30 mal 30 Zentimeter, marmoriert oder Nachbildungen von anderen Gesteinsarten.
  • Asbestpappen: unter Holzfensterbänken und hinter Verkleidungen von Heizkörpern, hinter Öfen und Heizungen oder in Kochnischen und Steckdosen.
  • Dichtungsschnüre: in alten Kamin- und Ofentüren.
  • Feuerschutz- und Leichtbauplatten: In der ehemaligen DDR kamen sie unter den Bezeichnungen „Sokalit“, „Neptunit“ und „Baufatherm“ zum Einsatz. In der BRD unter der Bezeichnung „Promabest“ .
  • Asbestzement: Die Palette reicht von Blumenkästen über Abwasserrohre bis zu Fensterbänken (innen und außen). Am meisten verbreitet sind die gewellten Dachabdeckungen und Platten an den Fassaden (z.B. „Eternit“ und „Fulgurit“; in der ehemaligen DDR „Baufanit“).
  • Nachtspeicheröfen: Sie können ebenfalls asbesthaltige Bauteile enthalten.

 

Schadstoffe in Fertighäusern

Folgende Schadstoffe können in Fertighäusern insbesondere aus den 1960er bis 1980er Jahren vorkommen:

Schimmel:

Durch Undichtigkeiten (z.B. Steckdosen) kann mit Feuchtigkeit angereicherte warme Raumluft in die Dämmstoffe der Außenwände eindringen, so dass Schimmelbildung möglich ist. Ebenso können sich die damals verwendeten Dämmstoffe aus Mineralwolle verklumpt haben, was zu Wärmebrücken führen kann (lokale Feuchteanreicherungen und Schimmelbildung in der Konstruktion).

Holzschutzmittel:

Insbesondere finden sich deutliche Belastungen durch Holzschutzmittel-Wirkstoffe, z.B. Lindan und PCP.

Hauptverursacher für den typischen (leicht muffigen) „Fertighausgeruch“ sind sehr oft

Chloranisole:

Die wahrscheinlich mikrobiell bedingt aus chlorhaltigen Holzschutzmitteln insbesondere PCP entstehen.

Formaldehyd:

In der Regel finden sich neben den Holzschutzmitteln auch erhöhte Konzentrationen an Formaldehyd – verursacht vor allem durch die damals verwendeten Spanplatten V 20.

Chlornaphthaline:

In Fertighäusern der 1970er Jahre wurden häufig auch Spanplatten des Typs V 100 G für den Innenbereich verwendet. Der Zusatz „G“ weist auf die Verwendung von Holzschutzmitteln im Plattenmaterial hin. Chlornaphthtalin war unter anderem Bestandteil des Holzschutzmittels Basileum SP 70. Chlornaphthaline verursachen einen muffig süßlichen Geruch (dem Naphthalin vergleichbar), der sich  – ähnlich den Chloranisolen in Textilien, Kleidern festsetzt.

Asbest:

In der Außenfassade: Bis Ende der 1980er Jahre kamen Asbestzementplatten (Eternit) zum Einsatz – sofern es sich um eine Putzfassade handelt.

In Leichtbau-Verkleidungen: Bis Ende der 1970er Jahre wurden Fenstermittelstützen, einzelne in den Wänden vorhandene Stahlstützen und bis Mitte der 1980er Jahre die Stahlträger für Fenster- und Türstürze mit Asbest-Silikat Platten (Promabest, Isoternit) verkleidet.

In Bodenbelägen: Bis Ende der 1970er Jahre wurde sehr häufig im Küchen- bzw. Flurbereich ein asbesthaltiger PVC-Bodenbelag verbaut.

In Nachtspeicheröfen: Nachtspeicherheizgeräte (NSH) enthielten bis 1977 evtl. asbesthaltige Bauteile. Die einfachste Möglichkeit zur Feststellung, ob das Gerät Asbest enthält, ist, sich mit genauer Typenbezeichnung direkt an die Herstellerfirma zu wenden. Falls die Firma nicht mehr existiert, kann man sich auch an den Zentralverband der Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI), Stresemannallee 19, 60596 Frankfurt/M. 70, Tel.: 069/63020 wenden.