Asbest und weitere Schadstoffe in Gebäuden

In fast allen bis etwa 1994 erbauten Gebäuden sind Schadstoffe vorhanden. Gerade in den Jahren 1950 bis 1970 wurden umfangreich schadstoffhaltige Baustoffe/-Materialien verarbeitet.

Weit verbreitete Schadstoffe sind:

  • Asbest, z.B. in Dachbelägen, Fassadenverkleidungen, Fußbodenbelägen, Isolierungen, Klebern, Dichtungen
  • Schwermetalle, z.B. in Farben und Lacken, Fehlbodenschüttungen, verschmutzten Industrieböden
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB), z.B. in Dichtmassen, Ölfarben, Deckenanstrichen und Deckenplatten
  • Teeröle, z.B. in Schwarzanstrichen, Schweißbahnen, Teerpappe, Teerkork, Klebern
  • Künstliche Mineralfasern (KMF), z.B. in Steinwolle, Glaswolle, Isoliermaterialien
  • Pentachlorphenol (PCP) und Lindan, z.B. in Holzschutzmitteln und behandeltem Holz
  • Schimmelpilz, der z.B. in feuchten und schlecht belüfteten Kellerräumen auftreten kann

Unter der Schadstoffsanierung versteht man die Entfernung dieser Stoffe und Materialien aus Gebäuden. Dabei ist eine besondere Sorgfalt geboten. Denn bei unsachgemäßem Umgang mit Schadstoffen drohen neben Gesundheits- und Umweltschäden auch empfindliche Strafen. Firmen, die Schadstoffsanierungen durchführen, müssen daher über sachkundiges Personal und eine entsprechende Ausrüstung verfügen.

Maßgebende Vorschriften zur Festlegung von Schutzmaßnahmen bei Schadstoffsanierungsarbeiten sind die Gefahrstoffverordnung und die Biostoffverordnung sowie spezielle Technische Regeln.

 

Schadstoffe in Fertighäusern

In vielen Fertighäusern der 1970er und 1980er Jahre treten verstärkt Belastungen durch einen intensiven modrig-muffigen Eigengeruch auf – ein Geruch, der Kleidern, Möbeln, Büchern anhaftet  und von vielen Betroffenen nach einer gewissen Zeit gar nicht mehr so intensiv wahrgenommen wird, als von Besuchern und Kollegen/ Mitschülern.

Daneben finden sich noch Schadstoffbelastungen durch Schimmel, Holzschutzmittel und Formaldehyd.

siehe auch ARD Plusminus Sendung vom 27.07.2016: „Gift in Fertighäusern

 

Schadstoffe in Neubauten

Auch in neu errichteten oder sanierten Gebäuden können vielfältige Probleme auftreten, die sich auf Schadstoffeintrag zurückführen lassen. Das reicht von Geruchsbelästigungen bis hin zu allergische Erkrankungen (auch Asthma).

Schadstoffeintrag durch Sanierungen und in Neubauten:

Statt fungizider Holzschutzmittel: fungizid, bakterizid, algizid wirkende Putze und Schimmelschutzfarbe

Statt teerhaltiger Kleber: Kleber mit schwerflüchtigen Glykolverbindungen

Statt formaldehydbelasteter Teppichböden: Teppichböden mit Weichmacher-und Flammschutzausrüstung

 

Spezialfall: Brandschadensanierung

Nach einem Gebäudebrand sind Aufräumarbeiten, ggf. Abbruch- und Entsorgungsmaßnahmen notwendig. Da sich durch die Brandeinwirkung häufig Stoffe mit gefährlichen Eigenschaften gebildet haben, sind umfangreiche Schutzmaßnahmen erforderlich. Für diese sogenannte Brandschadensanierung beschreibt die Gefahrstoffverordnung die notwendigen Gesundheitsschutz- und Sicherheitsmaßnahmen.

Als weitere wichtige Regel ist in diesem Zusammenhang die Richtlinie zur Brandschadensanierung (VdS 2357) des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. zu nennen.